Baden-Baden, den 2.02.2012
Direkt über der Stadt erhebt sich auf den felsigen Ausläufern des nördlichen Schwarzwalds das Neue Schloss Baden-Baden. Seit dem 15. Jahrhundert prägt das prachtvolle Anwesen die Silhouette von Baden-Baden. Jeder, der schon mal in der Stadt war, kennt es. Der prächtige Renaissancebau mit seinem mehr als 50.000 m² großen Park ist nicht zu übersehen. Anfang 2004 ging das Schloss in den Besitz der kuwaitischen Familie Al-Hassawi über und seit April 2010 wird es sorgfältig restauriert. In wenigen Jahren soll hier ein Luxushotel der Spitzenklasse entstehen und der Altstadt Baden-Badens neues Leben einhauchen.
In Verbindung mit dem Alten Schloss Hohenbaden bildet das Neue Schloss den Ursprung der Markgrafschaft Baden und die namensgebende Bezeichnung für das Land Baden. Im 11. Jahrhundert hatten die Markgrafen unter Hermann II. hoch über der heutigen Stadt zunächst eine befestigte Burg errichtet, das heutige Alte Schloss. Nach mehreren Erweiterungen der Burganlage entschlossen sich die Markgrafen schließlich Ende des 14. Jahrhunderts, ihren Wohnsitz weiter ins Tal zu verlegen. Dieses Neue Schloss prägt seit dem das Erscheinungsbild der Stadt Baden-Baden.
Von Beginn an war das Neue Schloss – von wenigen Ausnahmen abgesehen – für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Und selbst in diesen Ausnahmejahren konnten Besucher auf den ersten Blick nicht sehen, was innerhalb des Schlosses liegt. Der Charakter, die Atmosphäre – die Seele, die dieses denkmalgeschützte Anwesen so einzigartig macht, ist erst in seinem tiefsten Inneren aufzuspüren, verborgen unter der Patina vieler Jahrhunderte. Der ganze Charme des Gemäuers offenbart sich erst demjenigen, der genauer hinsieht.
Rosemarie Berger (Layout, Fotos) und Jürgen Metkemeyer (Text) haben sich die Zeit fürs Detail genommen; die verborgenen Schätze gesucht und gefunden. Mit wachen Augen und dem Gespür fürs Detail haben die Künstlerin und der Journalist in Bild und Wort sichtbar gemacht, was selbst dem interessierten Betrachter nicht gerade entgegen springt: Die völlig unerwartete Perspektive auf ein Schloss, das jedermann so bekannt zu sein scheint und dennoch kaum jemand je so gesehen hat. Entstanden ist ein Wandel durch die Zeit, der dem Verfall eine völlig neue Ästhetik verleiht.
„Wandel“, Baden-Baden 2012, 76 Seiten, 29,90 €